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Mobilitätsdienstleistungen
- Markt- und Potentialanalyse Schlußbericht
"Markt-
und Potentialanalyse neuer integrierter
Mobilitätsdienstleistungen in Deutschland"
Untersuchung im Auftrag
des BMBF
prognos, Basel, Oktober 1998
Kurzbericht
1.
Kurzfassung
2. Kurzbericht mit Schlussfolgerungen
2.1 Ziel und Anlage der Studie
2.2 Bedarf an Einzeldienstleistungen
2.3 Bewertungen von Mobil-Paketen,
Mobilitätsagenturen und intermodalen Navigationssystemen
und voraussichtliche Kundenpotentiale
2.4
Profile potentieller Kunden von
Mobil-Paketen, Mobilitätsagenturen und intermodalen
Navigationssystemen
2.5 Angebotssituation im Bereich der
Mobilitätsdienstleistungen
2.6 Faktoren der weiteren Ausbreitung
integrierter Mobilitätsdienstleistungen
2.6.1 Erwartete Ausbreitung integrierter
Mobilitätsdienstleistungen
2.6.2 Fördernde Faktoren
2.6.3 Hindernisse
2.7 Effekte integrierter
Mobilitätsdienstleistungen
2.8 Fazit
1. Kurzfassung
(1) Eine wichtige Rolle
bei der Verbesserung der Verkehrssituation in
Agglomerationsräumen haben die privaten und
öffentlichen Anbieter von Verkehrsdienstleistungen,
Informationsdienstleistungen und verkehrsbezogener
Technik. In den letzten Jahren hat sich auf dem Gebiet
der mobilitätsbezogenen Angebote eine Vielzahl von
Neuerungen ergeben, für die der Oberbegriff "Mobilitätsdienstleistungen"
verwendet werden kann. Bei den im Mittelpunkt der Studie
stehenden "integrierten"
Mobilitätsdienstleistungen wird versucht,
Verkehrsangebote, Informationsdienstleistungen und
Funktionen der Transaktion - wie Buchung, Reservation und
Abrechnung - zusammenzuführen. Dies erfordert in der
Regel eine Kooperation mehrerer Dienstleister.
(2) In der vorliegenden Studie, die von der Prognos AG im
Auftrag des Bundesministeriums für Bildung,
Wissenschaft, Forschung und Technologie erarbeitet wurde,
werden nachfrageseitig Grundlagendaten zu den
Kundenpotentialen verschiedener integrierter
Mobilitätsdienstleistungen und zu den Anforderungen der
potentiellen Kunden an das Dienstleistungsangebot
bereitgestellt. Auf der Angebotsseite werden der
Stand bei der Integration von mobilitätsbezogenen
Dienstleistungen in Deutschland bewertet und Hemmnisse
ihrer Ausbreitung bestimmt. Im Mittelpunkt der Analyse
stehen drei idealtypische Mobilitätsdienstleistungen: a)
Intermodale Navigations- und
Verkehrsinformationssysteme, die schwerpunktmässig
On-Trip-Informationen für Autofahrer und Benutzer
öffentlicher Verkehrsmittel bereitstellen; b) Mobilitätsagenturen,
die Reisen von Haus-zu-Haus organisieren und dabei alle
erforderlichen Informations-, Buchungs- und
Abrechnungsleistungen anbieten; c) Mobil-Pakete,
bei denen Leistungen des öffentlichen Verkehrs in einer
Region zusammen mit Angeboten von Car Sharing- und
Mietwagenunternehmen vermarktet werden. Die Analysen
basieren auf einer repräsentativen mündlichen Befragung
von rund 750 Bürgern in den Agglomerationen Dresden,
Köln und Nürnberg sowie einer schriftlichen Befragung
von 77 Experten.
(3) In den deutschen Agglomerationsräumen liegt das
mittelfristig aktivierbare Kundenpotential für
die untersuchten drei integrierten
Mobilitätsdienstleistungen zwischen einem Fünftel und
einem Drittel der erwachsenen Bevölkerung. Ein Teil
dieser Verkehrsteilnehmer in Agglomerationsräumen ist
heute schon als kaufbereit einzustufen, was weitere
Anstrengungen bei der Entwicklung und Vermarktung
innovativer Mobilitätsdienstleistungen rechtfertigt. Aus
der Angebotsanalyse und der Expertenbefragung kann
abgeleitet werden, dass diese integrierten
Mobilitätsdienstleistungen in den nächsten fünf Jahren
noch nicht in allen deutschen Agglomerationsräumen
verfügbar sein werden. Das engere Kundenpotential der
untersuchten integrierten Dienstleistungen bestimmt sich
unter Berücksichtigung der Kaufbereitschaft der
befragten Bürger sowie der wahrscheinlichen Diffusion in
den deutschen Agglomerationsräumen (von 33 % bei
intermodalen Navigations- und
Verkehrsinformationssystemen, 50 % bei
Mobilitätsagenturen und 40 % bei Mobil-Paketen) wie
folgt:
intermodale
Navigations- und Verkehrsinformationssysteme: rund 1,24
Mio. Personen;
Mobilitätsagenturen: rund 1,28 Mio. Personen;
Mobil-Pakete: rund 375.000 Personen.
(4) Integrierte Mobilitätsdienstleistungen können in
der Summe einen Beitrag zur Verbesserung der
Verkehrssituation in Agglomerationsräumen leisten.
Dabei ist wichtig, dass die einzelnen Typen von
Mobilitätsdienstleistungen unterschiedliche Wirkungen
auf das Mobilitätsverhalten der Nutzer ausüben:
Mobil-Pakete fördern autoreduzierte Mobilitätsstile und
motivieren zu einer intensiven Nutzung öffentlicher
Verkehrsmittel; Mobilitätsagenturen haben ebenfalls - im
Vergleich dazu jedoch geringere - Modal-Split-Effekte,
während intermodale Navigations- und
Verkehrsinformationssysteme eher die Routenwahl und den
Zeitpunkt des Fahrtantritts beeinflussen. Es muss damit
gerechnet werden, dass die Kunden einen Teil der durch
die Dienstleistungen realisierbaren Effizienzsteigerungen
in zusätzliche Verkehrsleistungen (Kilometerleistungen)
umsetzen.
(5) Im Hinblick auf das Dienstleistungsmarketing
können den Anbietern folgende Hinweise gegeben werden:
Wichtige
Angebotskomponenten intermodaler Navigations-
und Verkehrsinformationssysteme sind für die
potentiellen Kunden insbesondere die Zielführung
sowie aktuelle Informationen über die
Verkehrssituation und über den verfügbaren
Parkraum; Informationen über das Angebot im
öffentlichen Verkehr präferiert nur ein Teil
dieser potentiellen Kunden. Mobilitätsagenturen
sollten verkehrsmittelübergreifende
Informationen und die Abwicklung von Buchungs-
und Abrechnungsvorgängen über die vollständige
Reisekette anbieten. Bei Mobil-Paketen steht die
Verbesserung des ÖPNV-Angebots im Mittelpunkt
der Kundenwünsche; Pkw-bezogene Dienstleistungen
wie das Car Sharing und die Mietwagennutzung sind
aus Sicht der potentiellen Kunden ergänzende
Angebotskomponenten.
Merkmale
der Zielgruppen: Ein überdurchschnittliches
Interesse an intermodalen Navigations- und
Verkehrsinformationssystemen haben jüngere,
erwerbstätige Verkehrsteilnehmer,
überdurchschnittlich häufig Männer, Personen
mit überdurchschnittlichem Haushaltseinkommen,
Personen mit einer hohen Pkw-Verfügbarkeit,
einer hohen Pkw-Fahrleistung und einer
überdurchschnittlich grossen Anzahl von
Geschäftsreisen. Das Interesse an
Mobilitätsagenturen und Mobil-Paketen ist
ebenfalls in der Gruppe der jüngeren
Verkehrsteilnehmer überdurchschnittlich. Diese
Personen haben zudem ein vergleichsweise hohes
verkehrsbezogenes Umweltbewusstsein; sie haben
häufig nur eine bedingte Pkw-Verfügbarkeit,
ihre Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel liegt
heute schon über dem Durchschnitt der
erwachsenen Bevölkerung in
Agglomerationsräumen. Die drei untersuchten
integrierten Mobilitätsdienstleistungen haben
gemeinsam, dass sie Verkehrsteilnehnmer mit einer
hohen Verkehrsleistung ansprechen. Ihre Wirkungen
entfalten sie damit vor allem in der Gruppe der
"Viel- und Weitfahrer".
(6) Eine flächendeckende
Verbreitung integrierter Mobilitätsdienstleistungen
setzt voraus, dass über "Insellösungen" und
Modellversuche hinaus organisatorische Standardlösungen
gefunden werden müssen, die in allen
Agglomerationsräumen zur Geltung kommen können. Ein
Hemmnis für eine stärkere Vernetzung der
Dienstleistungen stellen die unterschiedlichen
strategischen Konzepte der beteiligten öffentlichen
und privaten Anbieter von Verkehrsangeboten, von
Kommunikationsinfrastruktur und von Diensten dar. Vieles
von dem, was derzeit technisch machbar wäre, z.B. die
Etablierung durchgängiger Verkehrsinformations-,
Reservations- und Bezahlvorgänge über mehrere
Verkehrsanbieter hinweg, findet deshalb keine
Verbreitung.
(7) Das öffentliche Interesse an einer
Verringerung der Belastungen, die der Gesellschaft, der
Wirtschaft und der Umwelt aus dem Verkehr entstehen,
spricht für die Förderung der Innovationen auf
dem Gebiet integrierter Mobilitätsdienstleistungen durch
den Bund in Zusammenarbeit mit den Bundesländern und den
Kommunen. Es werden hierbei folgende Handlungsbereiche
empfohlen:
Förderung
der Kooperation zwischen den verschiedenen
Anbietergruppen von Mobilitätsdienstleistungen
im Sinne einer Moderation von
Entwicklungsprozessen, gegebenenfalls auch einer
Mediation im Falle strategischer Konflikte
zwischen den Beteiligten, sofern davon
öffentliche Interessen betroffen sind.
Schwerpunktförderung
insbesondere auf den Gebieten der
organisatorischen Angebotsentwicklung und der
kundenorientierten Kommunikation integrierter
Mobilitätsdienstleistungen mit einer
bundesweiten und internationalen Ausrichtung.
Förderung
des Know-how-Transfers von beispielhaften
Dienstleistungen.
Nutzung
des Handlungsspielraums als "Besteller"
von verkehrsbezogenen Leistungen, das heisst
Aufnahme von Komponenten integrierter
Mobilitätsdienstleistungen in das
Leistungspaket, das die Bundesländer und die
Kommunen bei Verkehrsunternehmen des
Schienenpersonennahverkehrs und des öffentlichen
Personennahverkehrs "bestellen": z.B.
Dienstleistungen von Mobilitätsagenturen oder
Mobilitätszentren; integrierte
Informationsdienstleistungen für den
öffentlichen Verkehr und den motorisierten
Individualverkehr; Kooperationen zwischen
öffentlichen Verkehrsunternehmen, Car Sharing-
und Mietwagenunternehmen.
Mitwirkung
bei der Entwicklung von Kriterien für ein
Qualitätsmanagement bei
Mobilitätsdienstleistungen; Bindung
öffentlicher Zuschüsse an die Durchführung und
die Ergebnisse eines derartigen
Qualitätsmanagements.
2. Kurzbericht mit Schlussfolgerungen
2.1 Ziel
und Anlage der Studie
(1) Eine wichtige Rolle
bei der Verbesserung der Verkehrssituation in
Agglomerationsräumen haben die privaten und
öffentlichen Anbieter von Verkehrs- und
Transportdienstleistungen, von
Informationsdienstleistungen sowie mobilitätsbezogener
Technik. In den letzten Jahren haben sich gerade auf der
Seite der mobilitätsbezogenen Angebote eine Vielzahl von
Neuerungen ergeben, für die der Oberbegriff "neue
Mobilitätsdienstleistungen" verwendet werden
kann. In solchen Mobilitätsdienstleistungen, die häufig
in Kooperation mehrerer beteiligter Dienstleister
angeboten werden, werden in der Regel Verkehrsangebote,
Informationsdienstleistungen und im weiteren Sinne
kommunikative Massnahmen zusammengeführt.
(2) Die Prognos AG (Basel) wurde im Dezember 1997 vom
Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung
und Technologie (Bonn) beauftragt,
Grundlageninformationen zur gegenwärtigen Situation auf
dem Gebiet der mobilitätsbezogenen Dienstleistungen in
Deutschland zusammenzustellen und die Potentiale für
integrierte Mobilitätsdienstleistungen abzuschätzen.
Das Ziel dieser querschnittsorientierten Untersuchung
liegt darin, Grundlagendaten und Experten-Einschätzungen
bereitzustellen, die für die weitere Entwicklung und
Vermarktung integrierter Mobilitätsdienstleistungen -
innerhalb der Leitprojekte "Mobilität in
Ballungsräumen" und in anderen
Anwendungszusammenhängen - genutzt werden können. Es
werden daneben Rahmendaten zu den Potentialen und den
möglichen Wirkungen integrierter
Mobilitätsdienstleistungen ermittelt, die unter anderem
für die spätere Evaluation der Leitprojekte genutzt
werden können. Die Feldarbeit der Erhebungen wurde von
der GFM-GETAS/WBA GmbH, Hamburg, durchgeführt.
(3) Gegenstand der Studie sind integrierte
Mobilitätsdienstleistungen. Dies sind
Weiterentwicklungen bestehender
Mobilitätsdienstleistungen oder Neuentwicklungen, die
mit dem Ziel einer Integration mehrerer
Verkehrsträger/Verkehrsmittel angeboten werden. Die
Integration umfasst sowohl die Verkehrsangebote (d.h. die
einzelnen Verkehrsmittel) als auch die Verknüpfung von
Verkehrsangeboten, Informationen, Buchungen und
Reservationen mit den dazugehörigen
Abrechnungsvorgängen mit dem Ziel, die Nutzung von
Verkehrsangeboten transparenter, einfacher und
effizienter zu gestalten. Die Integration der
Verkehrsangebote kann auf zwei Arten erfolgen:
indem
integrierte Mobilitätsdienstleistungen die für intermodale
Wegeketten bzw. Reisen erforderlichen
Verkehrsangebote, verkehrsbezogene Informationen,
Buchungs- und Reservationsverfahren sowie die
dazugehörigen Abrechnungsverfahren bereitstellen
und so die Kombination verschiedener
Verkehrsmittel auf einer Reise fördern;
indem sie
eine multimodale (multioptionale) Verfügbarkeit
von unterschiedlichen Verkehrsmitteln
garantieren, auf die je nach Fahrtanlass
zurückgegriffen werden kann.
(4) Eine besonderer
Schwerpunkt wird in der Studie auf folgende Typen
integrierter Mobilitätsdienstleistungen gelegt:
Mobil-Pakete:
Dienstleistungen, die das Ziel haben, die Auswahl
von und die Verfügbarkeit über
Transportangebote zu erhöhen und die damit das
für die Verkehrsmittelwahl wichtige Kriterium
des Pkw-Besitzes beeinflussen. Dabei werden
verschiedene Transportangebote -
unterschiedlicher Anbieter - gemeinsam in Form
einer Kooperationsdienstleistung vermarktet.
Mobilitätsagenturen:
Informationsdienstleistungen, die darauf
abzielen, Informationen über Verhaltensoptionen
vor Beginn einer Reise sowie während der Reise
zu verbessern. Im Sinne einer Vereinfachung der
Abwicklung sollten solche
Informationsdienstleistungen zunehmend mit
anderen Transaktionsfunktionen (Buchung,
Reservierung, vereinfachte Abrechnung) verknüpft
werden. Ein derartiges integriertes,
verkehrsmittelübergreifendes Angebot verlangt
nach Dienstleistern, die Informationen und
dazugehörige Transaktionen einer Vielzahl von
Transportdienstleistern und ggf. anderen
Dienstleistern zusammenführen und möglichst
über mehrere Kommunikationsmedien vermarkten.
Intermodale
Verkehrsinformationssysteme, die mit modernen
Navigationssystemen - für das Auto -
verknüpft sind und so eine intermodale
Komponente in die bisher ausschliesslich unimodal
ausgerichteten Automobildienstleistungen
einbringen. Dabei handelt es sich ganz
überwiegend um Dienstleistungen, die während
der Fahrt im Auto, oder mit Hilfe mobiler
Endgeräte auch unabhängig vom Auto, genutzt
werden.
(5) Den empirischen
Analysen liegt eine nachfrage- bzw. kundenorientierte
Perspektive zugrunde, um die bisher stark
angebotsorientierten Ansätze im Bereich neuer
Mobilitätsdienstleistungen zu erweitern. Grundlage
hierfür ist eine repräsentative Befragung von
756 Bürgern (Deutsche zwischen 18 und 65 Jahren) in drei
Agglomerationsräumen (Dresden, Köln,
Mittelfranken/Nürnberg), mit deren Hilfe der Bedarf an
Einzeldienstleistungen sowie die Bewertung und die
Potentiale von integrierten Mobilitätsdienstleistungen
untersucht werden.
Eine Expertenbefragung,
an der 77 Verkehrsexperten und Dienstleister teilnahmen,
ist eine Grundlage für die Abschätzung der Machbarkeit
und der Diffusion der in Punkt (4) beschriebenen drei
integrierten Mobilitätsdienstleistungen.
Mit Hilfe einer Literatur-
und Dokumentenanalyse sowie ergänzenden telefonischen
Fachgesprächen wird untersucht, inwieweit die
Systemanforderungen sowie die Erwartungen von
potentiellen Kunden durch die bisher angebotenen
Mobilitätsdienstleistungen erfüllt werden.
2.2 Bedarf an Einzeldienstleistungen
(1) Für die
Angebotsgestaltung komplexerer integrierter
Mobilitätsdienstleistungen ist es sinnvoll, vom Bedarf
an Einzeldienstleistungen sowie der aus Sicht der
potentiellen Kunden erwartbaren Nutzungshäufigkeit
auszugehen. Ein überdurchschnittlich hoher Bedarf
liegt aus Sicht der in den Agglomerationsräumen
befragten potentiellen Kunden für folgende
Dienstleistungen vor:
das Abrufen
von bundesweiten Fahrplaninformationen für
öffentliche Verkehrsmittel von zu Hause aus
das Abrufen
von günstigen Fahrtstrecken mit dem Auto von zu
Hause aus
Hinweise
auf freie Parkplätze und Park&Ride-Plätze
während der Fahrt im Auto
Informationen über alle Verbindungen zu einem
Ziel und die dabei zu benutzenden Verkehrsmittel
mit der Möglichkeit, alle Verkehrsmittel und
Fahrzeuge schon im voraus zu reservieren und
benötigte Fahrscheine zu erhalten.
(2) Ein mittlerer
Bedarf wurde für folgende Dienstleistungen
berichtet:
Kauf von
Fahrkarten für die Bahn und Reservierungen von
zu Hause aus
Informationen über Rad- und Wanderwege
und Ausflugsmöglichkeiten in der Heimatregion
Kauf von Flugtickets von zu Hause aus
Informationen über Reiserouten und
-verbindungen mit einem Vergleich der Reisekosten
verschiedener Verkehrsmittel, z.B. Bahn, eigener
Pkw, Miet- oder Leihwagen
Vermittlungszentrale für das Bestellen
von Anrufbussen oder -taxis in den Abendstunden
und am Wochenende
Haus-Anlieferung von Einkaufsgütern, die
vorher im Geschäft gekauft wurden, zu einem
vereinbarten Zeitpunkt.
(3) Für das
Bestellen von Einkaufsgütern von zu Hause
aus mit Anlieferung der Güter zu einem
vereinbarten Zeitpunkt,
ein Navigationssystem im Auto, das die
Fahrer während der Fahrt zu einem Ziel führt
sowie
das Abrufen von Fahrplaninformationen von
Bussen und Bahnen während der Fahrt (z.B. über
Telefon, Anzeigetafeln, PC)
wird von den Befragten
dagegen ein unterdurchschnittlicher Bedarf
angegeben. Die Befragten präferieren eindeutig
Dienstleistungen, die vor Beginn der Reise genutzt
werden; On-trip-Dienstleistungen haben demgegenüber
einen geringen Stellenwert. Ebenfalls vergleichsweise
wenig präferiert werden Vermittlungsdienstleistungen wie
die Vermittlung von Fahrgemeinschaften, von Anruftaxen
und Lieferdiensten.
(4) Vergleicht man jedoch
den artikulierten Bedarf und die voraussichtlichen Nutzungshäufigkeiten,
sind bei einigen Dienstleistungen Divergenzen
festzustellen. Eine relativ häufige Nutzung erwarten die
befragten Bürger bei folgenden - autobezogenen -
Dienstleistungen: dem Abrufen von Informationen über
freie Parkplätze unterwegs, einem Navigationssystem im
Auto, dem Abrufen von Informationen über günstige
Autorouten von zu Hause aus. Die mit einem hohen Bedarf
eingeschätzte Möglichkeit, Fahrplaninformationen im
öffentlichen Verkehr von zu Hause aus abzurufen, sinkt
dagegen in der Nutzungsintensität ab. Gleiches gilt für
die Total-Abwicklung einer Reise mit Vorab-Information,
Reservierung und Fahrscheinbestellung. Diese beiden
letztgenannten Dienstleistungen werden offensichtlich als
wichtig eingestuft, die Befragten gehen jedoch von einer
vergleichsweise seltenen Inanspruchnahme aus.
(5) Mobilitätsdienstleistungen, für die der Bedarf
jeweils mit zunehmenden Kilometern als Pkw-Fahrer
ansteigt, sind die zu Hause abrufbaren Informationen
über Fahrtstrecken mit dem Auto, Navigationssysteme im
Auto und die Unterwegs-Information über freie
Parkplätze. Diese Dienstleistungen können damit
insbesondere und zuerst in der Gruppe der Vielfahrer
vermarktet werden. Für die komplexeren Dienstleistungen,
bei denen Informationen über Verkehrsmittelalternativen,
Preise und ggf. auch Reservationsleistungen angeboten
werden, ist eine Abnahme des Bedarfs mit zunehmender
Pkw-Fahrleistung festzustellen. Reine ÖV-bezogene
Informationen und Vermittlungstätigkeiten, wie die
Bestellung von Anrufsammeltaxen und die Reservierung von
Mietwagen, sind im Bedarf weitgehend unabhängig von der
Pkw-Fahrleistung.
Mit zunehmender ÖV-Fahrleistung
der Befragten wächst der Bedarf an einem Abrufen von
Fahrplaninformationen von zu Hause aus, der Vermittlung
von Anruftaxen, dem Kauf von Fahrkarten und
Reservierungen von zu Hause aus und der Total-Abwicklung
der Reisevorbereitung (mit Informationen inklusive der
Transaktionen) von zu Hause aus. Auch für diese
Dienstleistungen sind damit die Viel- und Weitfahrer die
wichtigste Zielgruppe.
(6) Mit einem abnehmenden Bedarf an Informationen über
das öffentliche Verkehrssystem bzw. mit abnehmender
Nutzungshäufigkeit gewinnt die persönliche
Information und Beratung an Bedeutung. Neue
Informationsmedien kommen daher für Wenig-Nutzer bzw.
auch Neukunden des öffentlichen Verkehrs weniger in
Frage als die Information mittels einer direkten
persönlichen Kommunikation am Telefon bzw. face-to-face.
Automatisierte Formen der Kommunikation kommen umgekehrt
vor allem jenen Kunden zugute, die eine bereits intensive
Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel aufweisen bzw.
einen hohen Bedarf an Informationen zum öffentlichen
Verkehr artikulieren.
Stärker noch als bei
Informationsdienstleistungen präferieren die Befragten
bei Reservationen (z.B. von Zügen, Leih- oder Mietwagen)
eine persönliche Abwicklung am Kundenschalter bzw. am
Telefon.
(7) Diese Ergebnisse lassen erkennen, dass auf absehbare
Zeit neben automatisierten Formen der Kommunikation
weiterhin persönliche Kundenkontakte erforderlich sein
werden, da sie nicht voll substituierbar sind.
Insbesondere Neukunden und Kunden neuer, bisher wenig
bekannter Mobilitätsdienstleistungen haben einen
überdurchschnittlich hohen Bedarf an einer persönlichen
Ansprache und Beratung. Den Mobilitätsdienstleistern
kann daher empfohlen werden, Einsparungen, die sich aus
automatisierten Transaktionen ergeben, für eine
intensivere Beratung von Neukunden und die Beratung zu
neuen Mobilitätsdienstleistungen aufzuwenden.
(8) Als Indikator für das Kundenpotential für
Pre-Trip-Informationen oder Transaktionen, die über
einen Computer bzw. einen Online-Dienst abgewickelt
werden, kann die derzeitige Verfügbarkeit von
Computern zu Hause dienen: 40 % der befragten
deutschen Bürger zwischen 18 und 65 Jahren in den
untersuchten Agglomerationsräumen gaben an, über einen
Computer im Haushalt zu verfügen; davon haben 30 % (bzw.
12 % der Grundgesamtheit) einen Internet- bzw.
Online-Zugang, den sie im Schnitt an neun Tagen im Monat
benutzen.
Rund jede fünfte befragte
Person benutzt ein Mobil-Telefon beruflich oder
privat.
Personen mit
Pkw-Führerschein, die über ein Auto verfügen können
(dies sind rund drei Viertel aller Befragten),
informieren sich zu 33 % immer und zu 55 % ab und zu per Verkehrsfunk
über die aktuelle Verkehrssituation. Befragte, die einen
Bedarf an einem Navigationssystem im Auto angeben,
informieren sich überdurchschnittlich häufig per
Verkehrsfunk über die Verkehrssituation. Dies deutet an,
dass es eine Substitutionsbeziehung zwischen dem
Verkehrsfunk und einem Verkehrsinformations- und
Navigationssystem geben könnte, wenn dieses auf
Echtzeit-Informationen zurückgreift.
2.3 Bewertungen
von Mobil-Paketen,
Mobilitätsagenturen und intermodalen
Navigationssystemen
und voraussichtliche Kundenpotentiale
(1) Im Mittelpunkt der
Befragung potentieller Kunden in den
Agglomerationsräumen Dresden, Köln und Mittelfranken
stehen die drei integrierten Mobilitätsdienstleistungen
Mobil-Pakete, Mobilitätsagenturen und intermodale
Navigations- und Verkehrsinformationssysteme mit den in
den nachfolgenden Übersichten 1 bis 3 dargestellten
Komponenten. Es handelt sich dabei um idealtypische
Mobilitätsdienstleistungen, von denen Bestandteile
bereits auf dem Markt sind, die in dieser Form insgesamt
jedoch nicht verfügbar sind.
Übersicht 1:
Dienstleistungsangebote des Mobil-Pakets (gemäss
Befragung)
| Mobilitätsangebote |
|
Mobilitätsbezogene
Informations- und Zusatzleistungen |
|
Transaktionen / Tools |
- Benutzung
öffentlicher Verkehrsmittel im
regionalen Verbund
|
|
- Fahrradinspektion
bei örtlichem Fahrradhändler
|
|
- Automatische
Ausleihe von Autos aus der
Stadtteil-Autostation
|
- Kostenlose
Mitnahme einer Person am Wochenende und
ausserhalb der Hauptverkehrszeit
|
|
- Fahrradstation
an Bahnhöfen (sicheres Abstellen)
|
|
- Multimodale
Kundenkarte für den ÖPNV sowie die Car
Sharing- und Mietwagen-Ausleihe
|
- Fahrradtransport
in Nahverkehrszügen
|
|
- Mailing mit
Informationen über die Dienstleistungen
des Mobil-Pakets
|
|
- Kundenberatung
per Telefon
|
- Halb-Preis
bei Einzelfahrten in anderen deutschen
Verkehrsverbünden
|
|
- Taxidienstleistung:
Heimfahrtgarantie nach Betriebsschluss
des ÖPNV
|
|
|
- Halb-Preis im
Fernverkehr der DB AG (auf der Basis der
BahnCard)
|
|
|
|
|
- Autostation
im Stadtteil (Mietwagen bzw. Car
Sharing-Auto)
|
|
|
|
|
Übersicht 2:
Dienstleistungsangebote der Mobilitätsagentur
(gemäss Befragung)
| Mobilitätsangebote |
|
Mobilitätsbezogene
Informations- und Zusatzleistungen |
|
Transaktionen / Tools |
- in der Regel
keine eigenen Angebote
|
|
- Fahrt- und
Reisebezogene Information regional und
bundesweit
|
|
- Fahrkartenverkauf,
für vollständige
Wegeketten bundesweit (z.T. auch
fürs Ausland)
|
- hauptsächlich
Vermittlung von
Angeboten
|
|
- verkehrsmittelübergreifende
Angebots- und Preisvergleiche
|
|
- Reservierungen
/
Buchungen
|
- Vermittlung
von
Mitfahrgelegenheiten im Auto
(überregionale Fahrten)
|
|
- Betrieb von
Fahrradstationen an Bahnhöfen /
wichtigen Haltestellen
|
|
- Abwicklung
über PC, Telefon, persönliche Beratung
(face-to-face)
|
- Vermittlung
von Fahrgemeinschaften (regionale
Fahrten)
|
|
|
|
|
- Vermittlung
von
Anrufdiensten
|
|
|
|
|
Übersicht 3:
Dienstleistungsangebote eines intermodalen
Navigations- und
Verkehrsinformationssystems (gemäss Befragung)
| Mobilitätsangebote |
|
Mobilitätsbezogene
Informations- und
Zusatzleistungen |
|
Transaktionen / Tools |
- keine eigenen
Mobilitätsangebote
|
|
- im Fahrzeug:
Relationsbezogene Umsteigeempfehlungen
auf öffentliche
Verkehrsmittel
|
|
- Eingebautes
Navigationssystem (mit GPS)
|
| |
|
- ausserhalb
des Fahrzeugs: Relationsbezogene
intermodale Informationen
|
|
- Tragbares
Tool (Mini-Computer) für Informationen
ausserhalb des Fahrzeugs
|
| |
|
- Hinweis auf
Umsteigestellen zum "Parken und
Mitnehmen" im MIV
|
|
|
| |
|
- Echtzeit-
Informationen über die Belegung von
Parkplätzen in
Städten
|
|
|
| |
|
- kartographische
Informationen zu Fahrtzielen
|
|
|
(2) Als Indikatoren
für das Interesse an diesen Dienstleistungen und die
Nutzungsbereitschaft wurde unabhängig voneinander nach
der Testbereitschaft, der Kaufbereitschaft und der
Zahlungsbereitschaft gefragt. Daneben wurden die Test-
und Kaufbereitschaft in einer Variable
"Interesse" zusammengefasst, die den
Untersuchungen zum Profil potentieller Kunden
zugrundegelegt wurde (siehe Abb. 1). Die
"weicheren" Indikatoren
"Testbereitschaft" und "Kaufbereitschaft
im weiteren Sinne" (mit den Antwortmöglichkeiten
"ja" und "vielleicht") sind als
grobes Mass für den Anteil interessierter Personen
anzusehen.
(3) Rund ein Viertel bis ein Drittel der befragten
Bewohner von Agglomerationsräumen zeigen sich an den
vorgestellten integrierten Mobilitätsdienstleistungen
interessiert (siehe Abb. 1). Diese Personen dürften das
Potential an Kunden darstellen, die auf längere Sicht
für neue Mobilitätsdienstleistungen interessiert werden
können und die damit insgesamt die Zielpopulation für
die Vermarktung komplexerer Dienstleistungen darstellen.
Die übrigen drei Viertel bis zwei Drittel der
erwachsenen Bevölkerung in Agglomerationsräumen
dürften mittelfristig als Nutzer integrierter, d.h.
komplexerer Mobilitätsdienstleistungen nicht in Fragen
kommen.
(4) Ein härteres Mass für die Kundenpotentiale stellt
die Kaufbereitschaft dar. Bezogen auf die
Führerscheinbesitzer liegt sie mit 20 % bei den
intermodalen Navigations- und
Verkehrsinformationssystemen am höchsten und mit 5 % bei
Mobil-Paketen am niedrigsten. Die Kaufbereitschaft
bezüglich der Dienstleistungen einer Mobilitätsagentur
liegt bei 11 % der Befragten (mit und ohne
Pkw-Führerschein).
Abb. 1 Indikatoren
für das Potential der integrierten
Mobilitätsdienstleistungen

Anmerkung: Prozentanteil
bei intermodalen Navigationssystemen und Mobil-Paketen
bezogen auf alle Führerscheinbesitzer zwischen 18 und 65
Jahren in Agglomerationsräumen (dt. Bevölkerung); bei
Mobiliätsagenturen bezogen auf die dt. Bevölkerung
insgesamt zwischen 18 und 65 Jahren in
Agglomerationsräumen.
(5) Nur rund ein Viertel
der Kaufbereiten im weiteren Sinne wäre bereit, einen -
realistischen - monatlichen Komplettpreis für ein
Mobil-Paket von 150 DM oder mehr (ohne die
Kilometerkosten für ausgeliehene Car Sharing-Autos oder
Mietwagen) zu bezahlen. Zumindest in der Gruppe der
allgemein Interessierten herrscht demnach eine
überwiegend unrealistische (niedrige) Preisvorstellung.
Rund 60 % der an Mobilitätsagenturen
allgemein interessierten Befragten wäre bereit,
einen Preis zwischen 10 und 50 DM pro Monat für die
Informations- und Vermittlungsleistungen dieser Agentur
zu bezahlen.
Für das vorgestellte intermodale
Navigations- und Verkehrsinformationssystem gibt rund
die Hälfte der an dieser Dienstleistung allgemein
Interessierten eine Zahlungsbereitschaft bei der
Systemanschaffung von 500 DM und mehr an. 43 % der
Kaufbereiten i.w.S. sind bereit, für den Bezug aktueller
verkehrsbezogener Informationen monatlich 20 DM oder mehr
auszugeben.
(6) Bezugsgrösse für die
Abschätzung des Marktes für die drei
untersuchten integrierten Mobilitätsdienstleistungen ist
die Bevölkerung in den deutschen Agglomerationsräumen
zwischen 18 und 65 Jahren. Weil in die Befragung von
potentiellen Nutzern nur die deutsche Bevölkerung
einbezogen werden konnte und auch die Bevölkerung der in
Agglomerationsräumen liegenden ländlichen Kreise
ausgeklammert wurde, bezieht sich die Marktabschätzung
auf 23 Mio. Einwohner (Deutsche) in Agglomerationsräumen
(ohne ländliche Landkreise) im Alter zwischen 18 und 65
Jahren; darunter sind 19 Mio. Führerscheinbesitzer.
(7) Die drei untersuchten Mobilitätsdienstleistungen
werden in den nächsten fünf Jahren (d.h. bis zum Jahr
2003) in umfassender Form nicht in allen
Agglomerationsräumen verfügbar sein: Bei Mobil-Paketen
wird - basierend auf den Einschätzungen von Experten
(siehe auch Abschnitt 2.6) - mit einer 40-prozentigen
Diffusion, bei Mobilitätsagenturen mit einer
50-prozentigen Diffusion und bei intermodalen
Navigations- und Verkehrsinformationssystemen mit einer
Ausbreitung in einem Drittel der Agglomerationsräume
gerechnet. Unter diesen Ausbreitungsbedingungen wird das
mittelfristige Kundenpotential von
Mobil-Paketen auf rund 375.000 Personen
(Interessierte i.w.S. rund 1,9 Mio.),
Mobilitätsagenturen auf rund 1,28 Mio.
Personen (Interessierte i.w.S. 2,3 Mio.) und
intermodalen Navigations- und
Verkehrsinformationssystemen auf 1,24 Mio.
Personen
(Interessierte i.w.S. rund 2,1 Mio.)
geschätzt.
(8) Für die künftige Angebotsgestaltung wie für die
Kommunikationspolitik ist es wichtig, die Anforderungen
der potentiellen Kunden an integrierte
Mobilitätsdienstleistungen und ihre Erwartungen
hinsichtlich der Leistungserfüllung zu kennen. Die
nachfolgenden Ergebnisse der Befragung potentieller
Nutzer bieten Hinweise für die Anbieter dieser
Dienstleistungen.
(9) Die Pkw-orientierten
Dienstleistungen, die das Neue an Mobil-Paketen
ausmachen, weil sie ein Angebot auch für jene
Verkehrsteilnehmer bereitstellen, die gelegentlich einen
Pkw benutzen, sind für einen - kleineren - Teil der an
diesen Dienstleistungen Interessierten nicht relevant.
Auch die Kooperation mit dem Radhandel (z.B. in Form von
Fahrradinspektionen) steht für einen Teil der
Interessierten nicht im Vordergrund. Fahrradbezogene
Dienstleistungen werden jedoch überwiegend als wichtige
Komponente von Mobil-Paketen wahrgenommen, hier
allerdings vor allem als ein auf den öffentlichen
Verkehr bezogenes Transportangebot.
Insgesamt kommt in der
Befragung der Wunsch nach einem erweiterten
Leistungsspektrum des öffentlichen Verkehrs zum
Vorschein, das Verbesserungen bei den
Informationsdienstleistungen (Fahrpläne,
Kundenberatung), Mitnahmemöglichkeit einer zweiten
Person, Bedarfsdienste für Schwachlastzeiten sowie einen
kostenlosen Fahrradtransport im ÖPNV umfasst. Dies sind
Dienstleistungen aus den traditionellen Handlungsfeldern
der ÖPNV-Angebotspolitik. Bei der Angebotskonzeption ist
die Zusammensetzung der Einzelkomponenten in Form eines
pauschalen Dienstleistungspakets oder mehrerer
Paket-Varianten zu prüfen. Angesichts des besonderen
Stellenwerts von zusätzlichen Pkw-Dienstleistungen, die
nicht für alle potentiellen Kunden relevant sind,
könnte es sich anbieten, in Deutschland die Kooperation
mit Car Sharing- und Mietwagen-Unternehmen als besondere
Form eines ansonsten auch ohne diese Leistungen
erhältlichen Mobil-Pakets darzustellen.
(10) Als Leistungen einer Mobilitätsagentur
schälen sich Dienstleistungen heraus, die für die
Alltagsmobilität und für Fahrten des Fernverkehrs das
leisten, was bei Fern- und Urlaubsreisen teilweise
Reisebüros übernehmen: verkehrsmittelübergreifende
Informationen über die Fahrtmöglichkeiten sowie die
Übernahme der mit der Reise verbundenen Buchungs- und
Abrechnungsvorgänge für die gesamte Fahrtkette, d.h.
"von Tür zu Tür". Zur Komplettierung dieser
Fahrtkette hat auch die Vermittlung von Bedarfsdiensten,
die das Fahrtenangebot des ÖPNV im Sinne einer
Full-Time-Mobilitätsgarantie ergänzen, Bedeutung. Die
Abgrenzung zu den Kerndienstleistungen von Reisebüros
könnte in folgendem bestehen:
in
besonderem Mass werden Dienstleistungen für die
Alltagsmobilität sowie Fernverkehrsfahrten
angeboten, die nicht zu den Fernurlaubs- und
Geschäftsreisen zählen (bisher
selbstorganisierte Fernreisen);
die Betrachtung wird auf die komplette
Wegekette gelegt, wobei die
Transportdienstleistungen verschiedener
Dienstleister als zu kombinierende Module
angesehen und vermittelt werden;
die Agentur bietet einen Support mit Hilfe
verschiedener Kommunikationmedien zu Hause und
unterwegs.
Das Sicherstellen der
wirtschaftlichen Tragfähigkeit eines solchen
Agenturkonzeptes, das auf die umsatzschwächeren Fahrten-
und Reisesegmente ausgerichtet ist, ist schwierig. Die
Kooperation einer grösseren Anzahl von Content-Providern
(Datenhaltern), Verkehrsunternehmen und
Fahrzeugvermietern wird daher nicht nur aus inhaltlichen
Gründen notwendig sein - nämlich zur Entwicklung und
Vermarktung integrierter Dienstleistungen -, sondern auch
zum Erzielen einer Kostendegression bei der Erstellung
der Informationsdienstleistungen und ergänzender
Transaktionen.
(11) Bei den vorgestellten intermodalen Navigations-
und Verkehrsinformationssystemen ergeben sich
Präferenzen für die Erweiterung der
Dienstleistungskomponenten von Navigationssystemen bei
Informationen, die für Pkw-Fahrten relevant sind:
möglichst aktuelle parkraumbezogene Informationen und
raum- bzw. zielbezogene Informationen. Die intermodale
Weiterentwicklung der Navigationssysteme wird von einem
kleineren Teil der an diesen Systemen Interessierten als
nicht erforderlich angesehen. Die ÖPNV-bezogenen
Dienstleistungen stellen anscheinend eine sekundäre
Dienstleistungskomponente dar.
(12) Mit einer
vergleichsweise guten Leistungserfüllung rechnen
potentielle Kunden von Mobil-Paketen insbesondere
bei der Funktionssicherheit dieser Dienstleistung - der
Sicherheit, dass alles gut klappt - und der Möglichkeit,
unfallsichere Verkehrsmittel zu benutzen. Die
ökologischen und sonstigen Vorteile von Mobil-Paketen
können bei der Vermarktung zwar auch dargestellt werden,
sie sollten jedoch nicht im Vordergrund stehen, da diese
Merkmale für die potentiellen Kunden weniger wichtig
sind. Die Vorteile von Mobil-Paketen, die persönlichen
Ausgaben für den Verkehr insgesamt zu verringern, werden
von den potentiellen Kunden offensichtlich nicht
wahrgenommen. Dies zu verbessern, ist eine Aufgabe der
Kommunikationspolitik der Dienstleister.
(13) Die Erwartungen hinsichtlich der Leistungserfüllung
von Mobilitätsagenturen sind ähnlich denen von
Mobil-Paketen. Die potentiellen Kunden rechnen allerdings
vergleichsweise stärker damit, dass ihnen die Agenturen
dabei helfen, Ziele schneller zu erreichen.
(14) Erwartungen an intermodale Navigations- und
Verkehrsinformationssysteme betreffen insbesondere
die aus Sicht der potentiellen Nutzer wichtigen
Leistungsmerkmale "Ziele schnell erreichen zu
können", "Funktionssicherheit" und
"Einfachheit"/geringer Aufwand bei der
Inanspruchnahme. Das heisst: Die potentiellen Kunden
versprechen sich von den intermodalen Navigations- und
Verkehrsinformationssystemen einfach und verlässlich
verfügbare Informationen, die ihnen helfen, ihre
Fahrtziele schnell zu erreichen. Die Nutzung
umweltfreundlicher Verkehrsmittel hat für diese
Kundengruppe im Vergleich zu den beiden anderen Gruppen
eine noch geringere Bedeutung. Die befragten
Interessierten erwarten zudem auch nicht, dass ihnen die
Navigationssysteme hier deutliche Verbesserungen bringen.
Dies deutet darauf hin, dass die Systemerweiterung in
Richtung intermodaler Verkehre für diese Kundengruppen
nur eine ergänzende Funktion hat. Wichtiger ist es den
potentiellen Kunden, dass die Leistungen eines unimodalen
Navigationssystems erfüllt werden.
(15) Die von den potentiellen Kunden eingeschätzten möglichen
Folgen für das eigene Verkehrsverhalten geben erste
Hinweise für die Bewertung der verkehrlichen Wirkungen
der jeweiligen Mobilitätsdienstleistungen. Die
Dienstleistungen unterscheiden sich hierbei deutlich:
Die bessere
Abwicklung von Pkw-Fahrten wird in besonderem
Masse als Folge der Navigationssysteme erwartet.
Eine
intermodale Mobilität ist aus Sicht der
Befragten am ehesten eine Folge der Mobil-Pakete,
wenngleich nur von einem geringen Teil der
Führerscheinbesitzer genannt. Dieser von den
Befragten angenommene Effekt ist insofern nicht
ganz realistisch, als sich Mobil-Pakete eher im
Sinne einer "Multimodalität" auswirken
sollten: d.h. in einem je nach Fahrtzweck
flexiblen Gebrauch eines oder mehrerer
Verkehrsmittel (z.B. Fahrrad und ÖPNV), jedoch
nicht hauptsächlich in einer Kombination von
Auto und ÖPNV innerhalb einer Wegekette.
Die
Auswirkungen von Mobil-Paketen und
Navigationssystemen auf die Verringerung der
gefahrenen Auto-Kilometer werden - bezogen auf
alle Besitzer eines Pkw-Führerscheins - gleich
stark eingeschätzt (jeweils von rund 9 % der
Führerscheinbesitzer).
Die
Veränderung des Pkw-Besitzes wird am ehesten als
eine Folge von Mobil-Paketen angesehen. Gemessen
an den anderen erwarteten Folgen von
Mobilitätsdienstleistungen ist dies jedoch ein
vergleichsweise schwacher Effekt.
2.4 Profile
potentieller Kunden
von Mobil-Paketen, Mobilitätsagenturen und intermodalen
Navigationssystemen
(1) Die Personen, die an
den drei integrierten Mobilitätsdienstleistungen ein
Interesse geäussert haben, unterscheiden sich bei vielen
sozio-demographischen Merkmalen, beim Verkehrsverhalten,
Umweltbewusstsein und in der Mediennutzung von den
nicht-interessierten Befragten. Für das Marketing ist
dies ein wichtiger Sachverhalt.
(2) Sozio-demographische
Merkmale:
An
intermodalen Navigationssystemen sind Männer
signifikant stärker interessiert als Frauen. Bei
den beiden anderen untersuchten
Mobilitätsdienstleistungen tritt dieser
Unterschied nicht auf.
Ein
überdurchschnittliches Interesse an den drei
Dienstleistungen haben Personen zwischen 18 und
35 Jahren. Für die weitere Ausbreitung der
Dienstleistungen ist dies ein wichtiges Ergebnis,
weil gerade jüngere Erwachsene die zukünftigen
Mobilitätsstile prägen werden.
Bei
Erwerbstätigen (in Teilzeit- und Vollzeitarbeit)
ergibt sich ein überdurchschnittliches Interesse
an intermodalen Navigationssystemen.
In Drei-
und Vierpersonen-Haushalten wächst das Interesse
an Mobil-Paketen und Navigationssystemen.
Mit einem
Haushaltseinkommen ab 4000 DM (netto) wächst das
Interesse an Navigationssystemen. An
Dienstleistungen von Mobilitätsagenturen sind
sowohl Personen mit niedrigem als auch hohem
Haushaltseinkommen überdurchschnittlich stark
interessiert.
(3) Rahmenbedingungen und Voraussetzungen der
Mobilität:
Von Merkmalen, die die
Rahmenbedingungen bzw. Voraussetzungen der Mobilität
kennzeichnen, haben insbesondere die Pkw-Motorisierung
der Haushalte und die persönliche Pkw-Verfügbarkeit
einen starken Einfluss auf das Interesse an den drei
untersuchten Mobilitätsdienstleistungen:
Während
das Interesse an Mobil-Paketen und
Mobilitätsagenturen mit zunehmender Anzahl von
Pkw im Haushalt sinkt, steigt umgekehrt das
Interesse an (intermodalen) Navigationssystemen
mit zunehmender Motorisierung der Haushalte
(überdurchschnittlich ist es insbesondere in
Haushalten mit zwei Pkw).
Auch die
persönliche Pkw-Verfügbarkeit hat einen
Einfluss auf das Interesse an Navigationssystemen
- hier allerdings im Vergleich zu Mobil-Paketen
und Mobilitätsagenturen in umgekehrter
Wirkungsrichtung: Führerscheinbesitzer, die
einen Pkw (fast) immer zur Verfügung haben,
haben erwartungsgemäss ein
überdurchschnittliches Interesse an intermodalen
Navigationssystemen.
Wer einen
Pkw nur bedingt verfügbar hat, also nicht immer
oder nur nach Absprache mit anderen
Haushaltsmitgliedern oder Freunden über ein Auto
verfügt, hat ein überdurchschnittliches
Interesse sowohl an Mobil-Paketen als auch an
Mobilitätsagenturen. Diese Personen stellen
daher eine wichtige Gruppe dar, die gezielt und
besser als bisher angesprochen werden sollte.
Diese Gruppe hat zudem eine beträchtliche
Grösse: Von den Führerscheinbesitzern können
23 % nur bedingt über einen Pkw verfügen; dies
sind in der deutschen Bevölkerung der
Agglomerationsräume rund 4,3 Mio. Personen.
Personen,
die in autofreien Haushalten leben, sind
überdurchschnittlich stark an Mobil-Paketen und
Leistungen von Mobilitätsagenturen interessiert.
In solchen Haushalten ohne Pkw leben 19 % der
Befragten; von diesen Personen haben 41 % einen
Pkw-Führerschein. Bei den autofreien Haushalten
handelt es sich damit ebenfalls um eine nicht zu
vernachlässigende Zielgruppe. Mobil-Pakete und
Mobilitätsagenturen können helfen,
autoreduzierte Mobilitätsstile dieser
Verkehrsteilnehmer zu stabilisieren.
(4) Bedingungen der
Autonutzung:
Personen
mit Interesse an intermodalen Navigations- und
Verkehrsinformationssystemen geben
überdurchschnittlich häufig an, dass sie auf
einen Pkw nicht oder nur mit grossen
Schwierigkeiten verzichten können. Die
Interessierten benutzen für ihre Fahrtzwecke
überdurchschnittlich häufig den Pkw, was als
Zeichen einer hohen Gewohnheit der Autonutzung
gedeutet werden kann.
Wer
Möglichkeiten sieht, teilweise oder ganz ohne
Auto auszukommen, ist überdurchschnittlich stark
an Mobil-Paketen und Mobilitätsagenturen
interessiert. Diese Interessierten nutzen Autos
ausserdem selten gewohnheitsmässig, d.h.
verwenden für ihre Fahrten eine grössere
Palette von Verkehrsmitteln.
(5) Verkehrsverhalten:
Personen,
die sich für die drei untersuchten
Mobilitätsdienstleistungen interessieren, sind
im (privaten) Alltagsverkehr und am Wochenende
generell mobiler als Nicht-Interessierte - in dem
Sinne, dass sie mehr Fahrten unternehmen. Wer
sich für Mobil-Pakete und Mobilitätsagenturen
interessiert, ist überdurchschnittlich häufig
mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs.
Interessierte an Navigationssystemen benutzen
für ihre Fahrten überdurchschnittlich häufig
den Pkw, was sich auch in einer hohen
Pkw-Fahrleistung niederschlägt. Damit gehören
zur Zielgruppe der jeweiligen Dienstleistungen
insbesondere Vielfahrer (und Personen mit einer
hohen Fahrleistung). Dies ist in verkehrlicher
Hinsicht insofern von Bedeutung, als etwaige
Änderungen im Verkehrsverhalten infolge dieser
Dienstleistungen v.a. bei Verkehrsteilnehmern mit
hohem Fahrtenaufkommen und hoher
Kilometer-Leistung erfolgen und somit
vergleichsweise bedeutsam sind.
Wer Geschäftsreisen
unternimmt, ist überdurchschnittlich häufig an
intermodalen Navigationssystemen interessiert,
nicht jedoch in besonderem Masse an Mobil-Paketen
und Mobilitätsagenturen. In der Gruppe der an
Navigationssystemen Interessierten ist auch eine
starke Nutzung der Bahn bei Geschäftsreisen
festzustellen.
-
Interessierte an intermodalen Navigationssystemen
unternehmen im Durchschnitt mehr Urlaubsreisen
mit dem Pkw sowie mit dem Flugzeug als
Nicht-Interessierte. Wer an Mobil-Paketen und
insbesondere Mobilitätsagenturen interessiert
ist, benutzt im Vergleich zu den
Nicht-Interessierten überdurchschnittlich
häufig die Bahn.
(6) Umweltbewusstsein:
Die an Mobil-Paketen und
Mobilitätsagenturen interessierten Personen haben
jeweils ein signifikant höheres verkehrsspezifisches
Umweltbewusstsein als die Nicht-Interessierten. Kein
Unterschied zeigt sich zwischen den an
Navigationssystemen interessierten und den an diesen
Systemen nicht interessierten Befragten.
(7) Mediennutzung:
Die auf die Interessierten
bezogenen Analysen zur aktuellen Mediennutzung sowie zu
den präferierten Transaktionsformen lassen im Vergleich
zur Gesamtheit der Befragten eine stärkere Präferenz
für automatisierte, EDV-gestützte Informationsmedien
und -Transaktionen erkennen. Daraus kann geschlossen
werden, dass die an neuen Mobilitätsdienstleistungen
interessierten Verkehrsteilnehmer neuen Formen der
Information und Transaktion aufgeschlossener
gegenüberstehen als andere Verkehrsteilnehmer. Dies gilt
insbesondere für Vorgänge, die über einen Computer -
und hier v.a. von zu Hause, teilweise auch vom
Arbeitsplatz aus - abgewickelt werden.
Gleichwohl präferieren
auch die Interessierten in besonderem Masse persönliche
Formen der Kommunikation. Dabei hat die Kommunikation per
Telefon einen wichtigen Stellenwert. Dies verweist auf
die Notwendigkeit, dem Zugang zu den Services per Telefon
und der Qualität dieser Kommunikation bei der
Angebotsgestaltung eine hohe Priorität beizumessen. Das
Telefon hat eine wichtige Funktion bei der Vermarktung
der Mobilitätsdienstleistungen. Formen der
telefongestützten Vermarktung, die auch im Bereich
touristischer Dienstleistungen praktiziert werden (z.B.
Call-Center), sollten noch stärker auch für andere
Mobilitätsdienstleistungen genutzt werden.
Der Abwicklung von
Informationsvorgängen und Transaktionen über tragbare
Computer unterwegs stehen die Befragten - auch die
Interessierten - relativ reserviert gegenüber. Offenbar
ist diese Form der Kommunikation für viele Befragte
(noch) schwer vorstellbar, was sehr stark von der
momentan geringen Verfügbarkeit bzw. Verbreitung
tragbarer (Klein- bzw. Taschen-)Computer bestimmt sein
dürfte. Die Akzeptanz einer Abwicklung von Informationen
und Transaktionen über diese Kommunikationsformen
dürfte daher sehr stark davon abhängen, wie intensiv
Kommunikations- bzw. Werbemassnahmen bei Einführung
geeigneter Geräte und Mobilitätsdienstleistungen
umgesetzt werden.
2.5 Angebotssituation im Bereich der
Mobilitätsdienstleistungen
(1) Die Bestandsaufnahme
der aktuellen Marktsituation ausgewählter
Mobilitätsdienstleistungen ergibt, dass in den letzten
Jahren eine Fülle neuer Angebote entwickelt bzw.
vorhandene Dienstleistungen integriert wurden. Dies
betrifft sowohl die Mobilitätsangebote selbst (z.B. in
Form von Mobil-Paketen) als auch Informations- (z.B.
Verkehrs- und Reiseinformationssysteme,
Mobilitätszentren) und Organisationsangebote (z.B.
Buchungs- und Reservationssysteme; elektronische
Zahlungsformen); auch in den Bereichen Informations- und
Kommunikationstechnologien (z.B. Internet; Digitaler
Rundfunk) und Verkehrstelematik-Anwendungen (z.B.
Navigationssysteme) haben innovative Entwicklungen
stattgefunden, die so vor wenigen Jahren noch nicht
absehbar waren. Die vielseitige Bandbreite der heute
denkbaren Dienstleistungsangebote für die
Personenmobilität zeigt sich nicht zuletzt bei der
Auswahl der Leitprojekte im BMBF-Wettbewerb
"Mobilität in Ballungsräumen".
(2) Kennzeichnend für die
aktuelle Situation ist andererseits, dass viele neue
Angebote sich noch in der Entwicklungsphase befinden und
zwar im Rahmen von Forschungs- und
Demonstrationsprojekten getestet werden, aber noch nicht
am Markt für die Endkunden verfügbar sind. Die
Überführung vom öffentlich geförderten
Demonstrations- zu einem langfristig tragfähigen
Dauerbetrieb hat sich bei vielen Projekten als
entscheidende Frage erwiesen. Selbst wo ein Dauerbetrieb
bereits angeboten wird, ist er oft lokal oder regional
begrenzt und nicht mit einer flächendeckenden Diffusion
der jeweiligen Dienstleistungen zu verwechseln.
(3) In den kommenden
Jahren wird im Bereich der Mobilitätsdienstleistungen
vermutlich eine Selektion von Entwicklungspfaden
stattfinden, d.h. einige der neuen Strategien und
konkreten Angebotskonzepte werden wieder vom Markt
verschwinden oder auf Nischen beschränkt bleiben, andere
dagegen eine flächendeckende Ausbreitung erfahren. In
diesem Zusammenhang wird sich auch zeigen, ob eine
Nachfrage nach "integrierten", inter- und
multimodalen Dienstleistungen geweckt werden kann, oder
ob die überwiegende Mehrzahl der
Mobilitätsdienstleistungen mittelfristig - wie bisher - unimodal
ausgerichtet sein wird. Von Seiten der
Leistungsanbieter wird der Nutzen intermodaler Dienste
teilweise in Frage gestellt bzw. als asymmetrisch
eingestuft: So sehen insbesondere die Anbieter im
öffentlichen Verkehr die Gefahr, dass die Integration
von Verkehrsdaten sich vor allem zugunsten des privaten
Pkw auswirken wird, während der öffentliche Verkehr,
nach dieser Argumentation, kaum von entsprechenden
Verbesserungen im Individualverkehr profitiert.
Die bisher stark unimodale
Ausrichtung vieler Telematikdienste (Navigationssysteme,
digitaler Rundfunk) lässt erwarten, dass die
Entwicklungsanstrengungen auch künftig auf Pkw-bezogene
Dienstleistungen konzentriert werden und damit - wie im
öffentlichen Personenverkehr - hauptsächlich der
unimodale Entwicklungspfad beschritten wird.
(4) Im Verlauf der Angebotsanalysen ergab sich, dass
einige plausible Nutzeranforderungen von den heute am
Markt erhältlichen bzw. in der Testphase befindlichen
Systemen noch nicht erfüllt werden:
Die
Integration aller erforderlichen
Dienstleistungskomponenten, d.h. über die
Information hinaus auch der Vermittlungs-,
Buchungs-, Reservations- und
Abrechnungsfunktionen und der ergänzenden
nichtverkehrlichen Dienste, ist meist noch nicht
gewährleistet.
Da entweder
Basisinformationen fehlen oder hohe
Voraussetzungen an den Nutzer gestellt werden,
sind neue Dienstleistungen vielfach nur mit einem
hohen Aufwand zugänglich. Es ist noch nicht
gelungen, die Transaktionskosten auf Kundenseite
auf das erwünschte Minimum zu reduzieren.
Neue Medien
werden noch relativ selten eingesetzt. Wo dies
bereits der Fall ist, konzentriert sich ihr
Einsatz häufig auf unimodale Anwendungen. Die
Kombination von Intermodalität, Integration
aller Servicekomponenten und
Zugangsmöglichkeiten über mehrere Kanäle (z.B.
Telefon oder PC oder Mobilfunk etc.) ist noch
eher die Ausnahme als die Regel. Bezüglich
einzelner Aspekte, z.B. der
Internet-Präsentation unimodaler Dienstleister
und den Leistungsprofilen der Auskunfts-Software,
sind jedoch auch deutliche Fortschritte im
Medienbereich zu verzeichnen.
Die
einzelnen Instrumente des
Dienstleistungsmarketing sind ungleichgewichtig
vertreten. Während Angebots- und
Kontrahierungspolitik im Vordergrund stehen,
werden die Vertriebs- und vor allem die
Kommunikationspolitik und damit zwei für die
wirtschaftliche Bilanz neuer Dienstleistungen
entscheidende Bereiche eher vernachlässigt. Auch
wo Kundenkommunikation in der konzeptionellen
Phase gleichberechtigt berücksichtigt wurde,
erfolgt sie häufig in der Umsetzungsphase nicht
in der erforderlichen Intensität.
Die
Entwicklungen tragen schliesslich der geforderten
internationalen Vernetzung zu wenig Rechnung, da
sie vorwiegend auf die Verkehrssituation in
Deutschland begrenzt sind.
(5) Weitgehend erfüllt
werden die Kundenanforderungen hinsichtlich einfacher
Zugänglichkeit und Integration aller relevanten
Dienstleistungskomponenten in Projekten, in denen eine
weitreichende Kooperation verschiedener öffentlicher und
privater Partner erreicht werden konnte, z.B. im Rahmen
des Mobilitätsmanagements im Rhein-Main-Gebiet. Dies
weist auf die Notwendigkeit hin, die flächendeckende
Ausbreitung integrierter Mobilitätsdienstleistungen in
Verdichtungsräumen und z.T. darüber hinaus durch eine
effiziente Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure zu
fördern, die über Datenaustausch und Rechnervernetzung
hinausreicht. Neben der Frage konkreter Standards für
die Angebotsgestaltung sind bislang auch viele
rechtliche, organisatorische und Verfahrensfragen offen
geblieben.
2.6 Faktoren der weiteren Ausbreitung integrierter Mobilitätsdienstleistungen
2.6.1 Erwartete
Ausbreitung integrierter
Mobilitätsdienstleistungen
(1) Die Ergebnisse der zu
dieser Thematik im Juni 1998 durchgeführten
Expertenbefragung deuten darauf hin, dass die
überwiegende Mehrheit der Fachleute die künftigen
Chancen einer Weiterentwicklung, Ausbreitung und
Marktakzeptanz verschiedener Typen von
Mobilitätsdienstleistungen optimistisch einschätzt. Die
Experten erwarten, dass sich Mobil-Pakete,
Mobilitätsagenturen und intermodale
Verkehrsinformations- und Navigationssysteme innerhalb
der nächsten Jahre in vielen, aber nicht in allen
deutschen Agglomerationsräumen durchsetzen werden.
(2) Diese Einschätzung
gilt in abgeschwächter Form auch für Gebiete ausserhalb
der Agglomerationsräume. Für Mobil-Pakete werden die
Chancen sogar für beide Siedlungsraumtypen als etwa
gleich gut beurteilt. Dies könnte damit zusammenhängen,
dass sie weniger als die beiden anderen Dienstleistungen
auf eine umfassende Integration von
Verkehrsinformationsdaten angewiesen sind, die von einer
Reihe von Experten als schwierig angesehen wird.
2.6.2 Fördernde
Faktoren
(1) Unter den angegebenen
fördernden Faktoren für die Ausbreitung integrierter
Mobilitätsdienstleistungen kommt zwei Faktorenbündeln
eine besonders wichtige Rolle zu:
den von
aussen, z.B. von der Politik, gesetzten
Rahmenbedingungen und
einzelnen
Elementen des Dienstleistungsmarketings für
integrierte Mobilitätsdienstleistungen.
(2) Die gesellschaftlichen
und verkehrspolitischen Rahmenbedingungen für
eine Entwicklung hin zu einer "integrierten"
Mobilität können in Form eines
"push-and-pull-Szenarios" beschrieben werden:
Höhere
Nutzungskosten für den motorisierten
Individualverkehr (durch eine Internalisierung
externer Kosten oder aus anderen Gründen) bzw.
nichtmonetäre Restriktionen für den MIV
(einschliesslich weiterer
Überlastungserscheinungen) einerseits und
Attraktivitätssteigerungen des öffentlichen
Verkehrs andererseits
sind Faktoren, die eine
Entwicklung weg vom heutigen, eher "unimodal"
geprägten und nicht integrierten Verkehrsangebot
begünstigen und eine Ausdifferenzierung des
Mobilitätsverhaltens in Richtung einer
situationsabhängig variablen Verkehrsmittelwahl
fördern.
(3) Weitere günstige Rahmenbedingungen sind aus Sicht
der Experten die Unterstützung neuer Dienstleistungen
durch politische Entscheidungsträger, Änderungen im
Steuerrecht, der zu erwartende Wettbewerb der
Verkehrsdienstleister durch die Liberalisierung des
öffentlichen Verkehrs sowie die insgesamt
voranschreitende Weiterentwicklung von Informations- und
Kommunikations-Technologien.
(4) Andere Faktoren sind stärker durch die Entwickler
und Anbieter neuer Mobilitätsdienstleistungen im Rahmen
ihres Dienstleistungsmarketings beeinflussbar und
werden vermutlich auch künftig zwischen den einzelnen
Regionen variieren:
Für
Dienstleistungstypen, die auf einer Integration
von Verkehrsinformationsdaten basieren, müssen
interoperable Technologien geschaffen und
Schnittstellen standardisiert werden;
Mindestens
genauso wichtig - und für alle neuen
Mobilitätsdienstleistungen von Bedeutung - ist
aber auch ein höherer Stellenwert des
Marketings, und hier vor allem der
kommunikations- und informationspolitischen
Massnahmen.
(5) Für die kommunikationspolitischen
Massnahmen gibt es im wesentlichen zwei Zielgruppen:
die
Verkehrsteilnehmer, deren Anforderungen als
"Endkunden" bei der Vorbereitung und
Umsetzung neuer Dienstleistungen frühzeitig
berücksichtigt werden müssen (siehe dazu auch
nachfolgenden Abschnitt)
potentielle
Dienstleister, die laufend über aktuelle
Entwicklungen, Modellprojekte, Erfolge und
Misserfolge informiert werden müssen.
Letzteres setzt die
frühzeitige Etablierung eines kontinuierlichen,
praxisorientierten Know-how-Transfers voraus, der die
Kommunikation zwischen den verschiedenen Akteuren, aber
v.a. auch zwischen Pilot-Dienstleistern und weiteren
potentiellen Anwendern sicherstellt. Forschungs- und
Demonstrationsprojekte wie z.B. die BMBF-Leitprojekte
"Mobilität in Ballungsräumen" können hierbei
eine zentrale Rolle übernehmen. Dabei sollten
entsprechende kommunikative Massnahmen prozessorientiert
angelegt sein, d.h. auch schon in der Frühphase der
Entwicklung und Umsetzung neuer, integrierter
Mobilitätsdienstleistungen ansetzen.
2.6.3 Hindernisse
(1) Die Hindernisse für
die Ausbreitung integrierter Mobilitätsdienstleistungen
werden von den Experten hauptsächlich in
Schwierigkeiten
einer (Anschub-)Finanzierung,
der Kooperation und
Koordination verschiedener Anbieter und Dienstleister und
auf Seiten der
Verkehrsteilnehmer bzw. bei deren Verhalten
gesehen.
(2) Neben der praktischen Einführung von
Dienstleistungen und der breit angelegten Vermittlung von
Know-how liegt die Bedeutung von Demonstrationsprojekten
in der gegenwärtigen Phase auch darin, Anschubfinanzierungen
für integrierte Mobilitätsdienstleistungen zur
Verfügung zu stellen. Allgemein werden von den Experten
Finanzierungsprobleme - sowohl bei den erforderlichen
Investitionen als auch beim laufenden Betrieb - als ein
wesentliches Hemmnis einer weiteren Diffusion gesehen.
Ein Ansatzpunkt liegt darin, dass sich öffentliche und
private Partner für die Umsetzung zusammenschliessen.
Die Spielräume für eine Finanzierung integrierter
Mobilitätsdienstleistungen aus Erlösen schätzt eine
Reihe von Experten als gering ein. Die in Einzelfällen
skeptischen Experteneinschätzungen zur
Zahlungsbereitschaft für neue
Mobilitätsdienstleistungen können teilweise durch
Ergebnisse der Befragung potentieller Nutzer in den
Agglomerationsräumen Dresden, Köln und Nürnberg
relativiert werden. Die Akzeptanz und die
Zahlungsbereitschaft für Mobilitätsdienstleistungen,
die helfen können, die privaten Ausgaben für den
Verkehr zu reduzieren, stehen allerdings auch in einer
Beziehung zu den oben diskutierten Rahmenbedingungen der
Mobilität.
(3) Das zweite zentrale Hindernis zur Umsetzung
resultiert aus der zur Bereitstellung integrierter
Mobilitätsdienstleistungen erforderlichen Kooperation
und Koordination verschiedener Akteure aus bisher
oder in Zukunft konkurrierenden Bereichen des
Verkehrsmarktes. Als Minimalanforderung kann der
unternehmens- und verkehrsträgerübergreifende Austausch
von Angebotsdaten betrachtet werden, wie er für die
Realisierung von Mobilitätszentren und intermodalen
Verkehrsinformations- und Navigationssystemen
unerlässlich ist.
Es zeigt sich auch in der
Expertenbefragung, dass der zunehmende Wettbewerb im
Verkehrssektor für die Realisierung neuer
Mobilitätsdienstleistungen eine Doppelrolle spielen
kann: Einerseits wirkt er sich günstig aus, da
Monopolstellungen beendet und Kunden durch attraktive
Angebote mit überzeugendem Preis-Leistungs-Verhältnis
gewonnen werden müssen. Andererseits ist die aus
verstärktem Konkurrenzdenken resultierende gegenseitige
Abschottung von Dienstleistungsbereichen einer
Kundenorientierung abträglich, zumal letzten Endes mehr
als nur der Minimalkonsens standardisierter
Software-Schnittstellen erreicht werden sollte.
(4) Bezogen auf alle drei untersuchten integrierten
Mobilitätsdienstleistungen haben Hemmnisse auf Seiten
der Verkehrsteilnehmer bzw. in deren
Mobilitätsverhalten einen vergleichsweise hohen
Stellenwert. Dabei spielen insbesondere folgende
Argumente eine Rolle:
eine
mangelnde Akzeptanz neuer Dienstleistungen kann
Folge einer von den Verkehrsteilnehmern subjektiv
als ausreichend wahrgenommenen Qualität der
bisherigen Dienstleistungen und Verkehrsmittel
sein;
der mit
neuen Mobilitätsdienstleistungen verbundene -
zusätzliche Aufwand - wird von den
Verkehrsteilnehmern als zu gross wahrgenommen
bzw. es werden Zugangsbarrieren zu neuen
Dienstleistungen gesehen;
starre
Verhaltensgewohnheiten und eine mangelnde
Flexibilität der Verkehrsteilnehmer verhindern
Verhaltensänderungen und führen insgesamt zu
einer geringen Nachfrage nach neuen
Dienstleistungen.
(5) Die Beseitigung von
Hemmnissen dieser Art verlangt nach einem frühzeitigen
und intensiven Einsatz eines differenzierten kommunikationspolitischen
Instrumentariums, das unter anderem zum Ziel haben
sollte,
den Nutzen
neuer Mobilitätsdienstleistungen
herauszustellen,
eine mit
der Nutzung dieser Dienstleistungen
möglicherweise verbundene verzerrte Wahrnehmung
des Aufwandes zu korrigieren und
Impulse zum
Aufbrechen von Verhaltensgewohnheiten zu geben.
Dabei ist zu beachten,
dass ein solches Aufbrechen bei einzelnen
Verkehrsteilnehmergruppen einfacher als bei anderen
Gruppen ist. Zudem ist es möglich, Änderungen im
Verkehrsverhalten in biographischen Umbruchsituationen
(Umzug etc.) zu fördern. Die Analysen der Befragung
potentieller Kunden integrierter
Mobilitätsdienstleistungen haben Informationen über die
Gruppen der an neuen Mobilitätsdienstleistungen
interessierten Personen geliefert, die für
zielgruppenbezogene kommunikative Massnahmen, z.B. in der
besonders wichtigen Gruppe der jungen Erwachsenen,
herangezogen werden können. Marktforschung und
Kommunikation sind insgesamt ein nicht zu
vernachlässigendes Handlungsfeld gerade auch bei der
Etablierung und weiteren Vermarktung integrierter
Mobilitätsdienstleistungen.
(6) Verglichen mit den bisher dargestellten
Schwierigkeiten spielen die heute noch bestehenden technischen
Inkompatibilitäten in der Expertenmeinung eine
verhältnismässig geringe Rolle. Sie sind auch dasjenige
Problemfeld, auf das sich derzeit viele Forschungs- und
Demonstrationsvorhaben konzentrieren, zum Beispiel zur
Einrichtung einer deutschlandweiten
unternehmensübergreifenden Fahrplanauskunft, oder zur
intermodalen Vernetzung von Verkehrsleitrechnern.
Ausserdem finden viele technologische Innovationen,
insbesondere bei den Informations- und
Kommunikationstechnologien, auch unabhängig von den
spezifischen Anforderungen des Verkehrsbereiches statt
und werden marktübergreifend vorangetrieben.
(7) Vermutlich hat diese
Entwicklung auch viele der befragten Experten zu der
Einschätzung veranlasst, in wenigen Jahren könnten
viele der heute noch bestehenden Probleme überwunden,
integrierte Mobilitätsdienstleistungen in nahezu der Hälfte
der Agglomerationsräume realisiert und neue Medien
(v.a. Internet und Mobilfunk) als zentrale Instrumente
genutzt werden, um eine deutlich verbesserte und
verkehrsträgerübergreifende Servicequalität - z.B. mit
intermodalen Echtzeit-Informationen - anzubieten. Die
dynamische Entwicklung einiger Bereiche der
Verkehrstelematik (Auskunftssysteme,
Reisebüro-Buchungstools, Verkehrsinformations- und
Leitsysteme) liefern weitere Argumente, auf die sich eine
positive Prognose technologischer Entwicklungen
abstützen kann.
2.7 Effekte integrierter
Mobilitätsdienstleistungen
(1) Von allen drei
untersuchten integrierten Mobilitätsdienstleistungen
sind Auswirkungen auf die individuelle Mobilität der
Kunden zu erwarten. Dabei sind die Effekte von
Mobil-Paketen als relativ stark einzuschätzen
(allerdings bei vergleichsweise geringem Marktanteil).
Bei den beiden anderen Mobilitätsdienstleistungen ist
die Effektivität geringer, dagegen kann mit einer
grösseren Anzahl Nutzer gerechnet werden. Die
Abschätzung der verkehrlichen Wirkungen erfolgt in
dieser Studie qualitativ.
(2) Effekte von
Mobil-Paketen:
Mobil-Pakete fördern bei einem Teil der Nutzer
einen Rückgang des Pkw-Besitzes. Ausserdem
ermöglichen sie potentiellen Nutzern, einen
bereits vorhandenen autoreduzierten
Mobilitätsstil beizubehalten. Damit wirken sie
bei einem Teil der Kunden der das
Verkehrsverhalten stark beeinflussenden
Pkw-Anschaffung entgegen. Die integrierten
Pkw-bezogenen Dienstleistungen (Car Sharing und
Mietwagennutzung) erhöhen andererseits die
temporäre Verfügbarkeit über Pkw in der Gruppe
der Personen mit einer bisher bedingten
Pkw-Verfügbarkeit (dies sind 23 % der Besitzer
eines Pkw-Führerscheins, hinzu kommen 10 % der
Führerscheinbesitzer, die einen Pkw gar nicht
verfügbar haben).
Mobil-Pakete reduzieren die Mobilität der Nutzer
insgesamt voraussichtlich nicht. Aufgrund
verbesserter Angebote ist vielmehr mit einem
leichten Anstieg von Ausser-Haus-Aktivitäten zu
rechnen. Ein Anstieg der durchgeführten Fahrten
und insbesondere der Fahrtweiten kann allerdings
durch die zu erwartende relativ intensive
Verknüpfung von Aktivitäten (Wegekettenbildung)
und eine Orientierung auf den Nahbereich in der
Alltagsmobilität kompensiert werden.
Die
Verkehrsmittelwahl fördert die in der Gruppe der
potentiellen Kunden bisher schon starke
Ausrichtung auf die nicht-motorisierten
Verkehrsmittel und den öffentlichen Verkehr.
Intermodale Wege sind insbesondere solche, bei
denen öffentliche Verkehrsmittel mit Fusswegen
bzw. mit Radbenutzung kombiniert werden.
Übersicht 4:
Ex ante-Bewertung der integrierten
Mobilitätsdienstleistungen
Zielbereich/
Wirkungsbereich |
Mobil-Pakete
|
Mobilitätsagentur
|
Intermod. Navigations- u.
Informat.
system
|
| Nutzen der Verkehrsteilnehmer |
|
|
|
| Verbilligung von
Beförderungsvorgängen |
*
|
*
|
(gering)
|
| Reduktion von Reisezeiten |
0
|
*
|
*
|
| Verbesserung der Erreichbarkeit von
Zentren/Zielen |
*
|
*
|
*
|
| Erhöhung der Verkehrssicherheit |
(indirekt)
|
(indirekt)
|
0
|
| Erhöhung des Mobilitätskomforts |
Flexibilität
|
Informationen
|
Informationen
|
| Erhöhung des persönlichen Images |
*
|
0
|
*
|
| Nutzen der direkt Betroffenen
(Anrainer) |
|
|
|
| Senkung verkehrsbedingter Emissionen |
*
|
*
|
* gering
|
| Senkung verkehrsbedingter
Immissionen |
* gering
|
* gering
|
0
|
| Verminderung der Trennwirkungen |
* gering
|
* gering
|
0
|
| Verminder. der
Wohnumfeldbeeinträchtigungen |
* gering
|
* gering
|
0
|
| Reduktion optischer
Beeinträchtigungen |
0
|
0
|
0
|
| Nutzen für die Umwelt |
|
|
|
| Senkung klimabelastender Emissionen |
*
|
*
|
* gering
|
Senkung des verkehrsbedingten
Flächenbedarfs |
* gering
|
* gering
|
* gering
|
| Senkung der region. troposphär.
Ozonkonzentr. |
* gering
|
* gering
|
* gering
|
| Sonstige Nutzen der Allgemeinheit |
|
|
|
| Schaffung/Erhaltung von
Arbeitsplätzen |
*
|
*
|
*
|
Regionales Gleichgewicht/Entlastung
hochbe-
lasteter Räume |
nicht bewertet
|
nicht bewertet
|
nicht bewertet
|
Produktivitätsgewinne durch
verbesserte
Mobilität |
0
|
*
|
*
|
| Aufrechterhaltung der langfristigen
Funktionalität des Raumes |
*
|
*
|
*
|
| Aufwand der Anbieter von
Verkehrsinfrastruktur und
Verkehrsdienstleistungen |
|
|
|
| Senkung der Investitionskosten |
gering bei
Verkehrsinfrastrukt.
|
gering bei
Verkehrsinfrastrukt.
|
gering bei
Verkehrsinfrastrukt.
|
| Senkung der Betriebskosten |
0
|
*
|
0
|
| Senkung der Unterhaltskosten |
0
|
0
|
0
|
* Wirkung in Richtung
Zielerfüllung; 0 keine oder vernachlässigbare
Wirkung;
Bewertungsgrundlage: "Lastenheft zur
Bewertung der Leitprojekte Mobilität in
Ballungsräumen"
(3) Effekte von
Mobilitätsagenturen:
Mobilitätsagenturen tragen nur in geringem Masse
zu einer Verringerung der Pkw-Motorisierung von
Haushalten bei. Für Verkehrsteilnehmer mit
bedingter Pkw-Verfügbarkeit haben sie jedoch
einen grossen Nutzen, weil sie die
Verhaltensoptionen vergrössern und damit das
Beibehalten einer autoreduzierten Mobilität
fördern können. Daneben ist mit folgenden
Wirkungen zu rechnen:
Als Folge
verbesserter Informationen über
Verkehrsangebote, Reiseziele und Veranstaltungen
ist ein Anstieg der Aktivitäten ausser Haus und
hierbei auch eine Verschiebung der
Aktivitätenziele in Richtung weiter entfernter
Ziele zu erwarten. Dieser Effekt ist vermutlich
grösser als bei Mobil-Paketen, da
Mobilitätsagenturen aus wirtschaftlichen
Gründen einen Teil ihrer Angebote auf den
umsatzstärkeren Fernreiseverkehr
(Ausflugsfahrten und Reisemarkt) ausrichten
werden.
Hinsichtlich der Wirkung auf die
Verkehrsmittelwahl bieten Mobilitätsagenturen
die Chance, den Anteil öffentlicher
Verkehrsmittel bei Fernreisen zu steigern.
Günstig für eine Beeinflussung der
Verkehrsmittelwahl ist zudem, dass
Mobilitätsagenturen voraussichtlich überwiegend
Pre-trip-Informationen und -Services anbieten
werden, die insgesamt einen grösseren Einfluss
auf die Verkehrsmittelwahl als
On-trip-Informationen haben. Ausserdem kann über
Mobilitätsagenturen die Verkehrsmittelwahl bei
kilometerintensiven Geschäftsfahrten besser
beeinflusst werden als mit intermodalen
Navigationssystemen, die als
On-trip-Informationen eher Veränderungen bei den
gewählten Fahrtrouten bewirken, jedoch nur in
geringem Ausmass die Verkehrsmittelwahl (in
Richtung intermodaler Wege) verändern.
In das
Leistungsspektrum von Mobilitätsagenturen werden
voraussichtlich auch Pre-trip-Informationen für
den motorisierten Individualverkehr aufgenommen
werden, mit denen die Routenwahl beeinflusst
wird.
(4) Effekte von
intermodalen Navigations- und
Verkehrsinformationssystemen:
Diese
Systeme beeinflussen insgesamt am stärksten die
Routenwahl im Strassenverkehr. Die Veränderung
der Verkehrsmittelwahl in Richtung einer
vermehrten Kombination des Pkw mit öffentlichen
Verkehrsmitteln entlang einer Fahrt ist eine
mögliche Wirkung, die allerdings nur bei einem
kleineren Teil der Fahrtzwecke und in
spezifischen Verkehrssituationen zu erwarten ist,
insbesondere
- bei Fernreisen
in die Zentren von Städten, die den Fahrern
unbekannt sind, z.B. im Rahmen des
Städtetourismus, sofern den Fahrern dort
mögliche Erreichbarkeits- und
Annehmlichkeitsvorteile eines Umstieg auf den
öffentlichen Verkehr vermittelt werden können
oder
- bei Fahrten aus
dem Agglomerationsraum in Zentrenbereiche jener
grossen Agglomerationsräume, in denen starke
Beeinträchtigungen im Strassenverkehr (Staus,
geringe Verfügbarkeit von Parkraum) zu erwarten
sind und ein Umstieg auf den ÖPNV deutliche
Reisezeitgewinne bietet.
Im
Geschäftsreiseverkehr versprechen demgegenüber
vor allem unimodale Navigations- und
Verkehrsinformationssysteme einen hohen Nutzen.
Intermodale Wege sind bei diesem Fahrtzweck mit
einer von den Verkehrsteilnehmern vermutlich hoch
bewerteten Unsicherheit verbunden. Die
Entscheidung zur Verkehrsmittelwahl sollte daher
bei Geschäftsreisen schon vor dem Reiseantritt,
beispielsweise mit Hilfe des umfassenden
Leistungsangebots von Mobilitätsagenturen,
beeinflusst werden.
(5) Eine Einschätzung der
zu erwartenden Wirkungen der drei untersuchten
Mobilitätsdienstleistungen wurde - in qualitativer Form
- auch anhand der Kriterien des "Lastenheftes zur
Bewertung der Leitprojekte Mobilität in
Ballungsräumen" vorgenommen. Es handelt sich
dabei um verbale ex ante-Bewertungen. Deren Ergebnisse
sind in der voranstehenden Übersicht 4 zusammengefasst.
2.8 Fazit
(1) In deutschen
Agglomerationsräumen liegt das Potential an
Verkehrsteilnehmern, die an integrierten
Mobilitätsdienstleistungen interessiert sind, bei etwa einem
Fünftel bis einem Drittel der erwachsenen Bevölkerung.
Diese Personen, zu denen überdurchschnittlich viele
junge Erwachsene gehören, stellen gewissermassen das
Potential "innovativer" Verkehrsteilnehmer dar.
Die übrigen Bürger dürften aus diversen Gründen -
unter anderem einer gewohnheitsmässigen Inanspruchnahme
von Verkehrsmitteln und Verkehrsangeboten oder eines
geringen Bedarfs - nur schwer als Kunden komplexerer
Mobilitätsdienstleistungen zu gewinnen sein. Der Anteil
insgesamt innovationsorientierter Bürger in
Agglomerationsräumen rechtfertigt weitere
Anstrengungen bei der Entwicklung integrierter
Mobilitätsdienstleistungen für diese Räume.
(2) Integrierte
Mobilitätsdienstleistungen können einen Beitrag zur
Verbesserung der Verkehrssituation in
Agglomerationsräumen leisten. Die zu erwartenden
verkehrlichen Wirkungen von einzelnen integrierten
Mobilitätsdienstleistungen sind dabei - für sich
genommen und unter der Annahme eines gleichbleibenden
Preis- und Ordnungsrahmens - als relativ gering
einzustufen. In der Summe der Einzeldienstleistungen
können sich jedoch nennenswerte Beiträge ergeben.
Wichtig ist dabei, dass die verschiedenen Typen von
Mobilitätsdienstleistungen unterschiedliche Wirkungen
auf das Mobilitätsverhalten der Nutzer ausüben. Von den
in dieser Studie schwerpunktmässig untersuchten
Dienstleistungen unterstützen Mobil-Pakete
autoreduzierte und autofreie Lebensstile,
Mobilitätsagenturen wirken vornehmlich auf eine
Veränderung der Verkehrsmittelwahl, intermodale
Verkehrsinformations- und Navigationssysteme können
helfen, Belastungen aus dem Autoverkehr zu verringern.
(3) Bei Informations- und
Kommunikationsdienstleistungen ist marktseitig mit einer
hohen Eigendynamik der technologischen Entwicklung
und bei der Angebotsgestaltung zu rechnen; diese Trends
sind gesellschaftsübergreifend und finden nicht nur auf
dem Verkehrsmarkt statt. Viele der neuen
Mobilitätsdienstleistungen werden daher in den nächsten
Jahren von den Kunden voraussichtlich über
unterschiedliche Medien bezogen werden können. Die
Technologieförderung auf dem Gebiet der Information und
Kommunikation verliert damit in bezug auf
Mobilitätsdienstleistungen an Bedeutung.
(4) Bei den potentiellen Kunden gibt es keine klare
Präferenz für ein spezielles Informations- und
Kommunikationsmedium. Die heute relativ hohe Bedeutung
des Telefons - z.B. bei Informationsdienstleistungen -
dürfte bei Mobilitätsdienstleistungen insgesamt gewahrt
bleiben, wenn neue Dienstleistungen entwickelt werden,
die über Mobil-Telefone verfügbar sind. Ausbaufähig
ist bei mobilitätsbezogenen Dienstleistungen allerdings
noch die Kundenbetreuung und Kundenpflege per Telefon.
Neben den automatisierten Formen der Vermarktung der
Dienstleistungen - z.B. über Online-Dienste oder
elektronische Kioske - darf die persönliche
Kommunikation mit Kunden (face-to-face oder am
Telefon) vor allem deshalb nicht vernachlässigt werden,
weil insbesondere jene Kunden, die wenig Erfahrung mit
der betreffenden Dienstleistung haben, und potentielle
Neukunden hohe Beratungsanforderungen stellen. Es ist zu
erwarten, dass die automatisierte Vermarktung von
Dienstleistungen dagegen insbesondere zur Erhöhung der
Servicequalität von Stammkunden und von
Verkehrsteilnehmern mit hohen Kilometerleistungen
beiträgt, aber weniger geeignet ist, deren
Mobilitätsverhalten grundlegend zu verändern.
(5) In den nächsten fünf Jahren werden sich integrierte
Mobilitätsdienstleistungen, wenn man von den
Einschätzungen der befragten Bürger und der befragten
Experten ausgeht, relativ langsam ausbreiten. Die
Haupttendenz auf diesem Verkehrsmarkt dürfte in der
weiteren Ausbreitung unimodaler
Mobilitätsdienstleistungen liegen, die auf ein
Verkehrsmittel bzw. einen Verkehrsträger bezogen sind.
Eine flächendeckende Verbreitung komplexerer
intermodaler Mobilitätsdienstleistungen setzt voraus,
dass organisatorische Standardlösungen entwickelt
werden, die in der überwiegenden Zahl der deutschen
Agglomerationsräume verwendbar sind. Diese
angebotsbezogene Bedingung sowie eine wirkungsvolle
kundenorientierte Kommunikation sind zentrale
Erfolgsfaktoren für die weitere Ausbreitung integrierter
Dienstleistungen.
(6) Die Analyse des derzeitigen Marktangebots lässt grössere
Hemmnisse für eine weitere Diffusion dieser
Dienstleistungen erkennen:
Im Bereich
des öffentlichen Personenverkehrs und des
motorisierten Individualverkehrs verfolgen die
beteiligten Unternehmen - mit Ausnahme einiger
weniger Formen der kooperativen
Verkaufsförderung - weitgehend unimodale
Entwicklungsstrategien. Integrative Lösungen
sind mit grossen Kooperationshemmnissen
verbunden, was einen hohen Aufwand für die
Konsensfindung erfordert.
Die bisher
weitgehend als Insellösungen oder für
regionale Verkehrsräume konzipierten
Dienstleistungen sprechen ein relativ kleines
Nachfragerpotential an, das für ein
wirtschaftlich tragfähiges Angebot zu gering
sein dürfte. Die Risiken einer rentableren
bundesweiten Etablierung dieser Dienstleistungen
sind aus Sicht der beteiligten Anbieter jedoch zu
hoch. Verkehrliche Wirkungen entfalten
integrierte Mobilitätsdienstleistungen aber vor
allem dann, wenn sie überregional ausgerichtet
sind und damit z.B. auch Fahrten im Fernverkehr
beeinflussen bzw. Personen erreichen, die sich
vor Ort nicht auskennen.
Ein grosser
Investitionsaufwand ist mit jenen
Dienstleistungen verbunden, die sich auf eine
umfangreiche technische Infrastruktur
stützen (z.B. Systeme zur
Strassenzustandserfassung). Dies bringt wiederum
Schwierigkeiten bei ihrer Integration in
kostengünstige komplexere
Mobilitätsdienstleistungen mit sich. Bei der
Schaffung der erforderlichen Datengrundlagen für
Mobilitätsdienstleistungen dürfte die
Alternative daher in einer sinnvollen Integration
der bereits vorhandenen Datenbestände - ergänzt
um die Simulation von Verkehrsdaten - für den
Individualverkehr und den öffentlichen Verkehr
liegen. Die Förderung dieses Prozesses ist eine
wichtige Aufgabe der öffentlichen "Content
Provider"; bei Strassendaten sind dies
direkt die Gebietskörperschaften, bei Daten des
öffentlichen Verkehrs sind es mittelbar die
öffentlichen Träger des öffentlichen
Personennahverkehrs und des
Schienenpersonennahverkehrs.
(7) Von Dienstleistungen,
die auf einzelne Agglomerationsräume beschränkt
bleiben, sind keine durchgreifenden verkehrlichen
Wirkungen zu erwarten. Entsprechend wichtig ist die Entwicklung
übertragbarer Strukturen für
die
Kooperation der an integrierten
Mobilitätsdienstleistungen massgeblich
beteiligten Akteure sowie die
frühzeitige bundesweite Multiplikation
erfolgreicher regionaler Lösungen.
(8) Das öffentliche
Interesse an einer Verringerung der Belastungen, die
der Gesellschaft, der Wirtschaft und der Umwelt aus dem
Verkehr entstehen, spricht für die Förderung der
Innovationen auf dem Gebiet integrierter
Mobilitätsdienstleistungen durch den Bund in
Zusammenarbeit mit den Bundesländern und den Kommunen.
Es werden hierbei folgende Handlungsbereiche empfohlen:
Förderung
der Kooperation zwischen den verschiedenen
Anbietergruppen von Mobilitätsdienstleistungen
im Sinne einer Moderation von
Entwicklungsprozessen, gegebenenfalls auch einer
Mediation im Falle strategischer Konflikte
zwischen den Beteiligten, sofern davon
öffentliche Interessen betroffen sind.
Schwerpunktförderung
insbesondere auf den Gebieten der
organisatorischen Angebotsentwicklung und der
kundenorientierten Kommunikation intermodaler und
multimodaler Mobilitätsdienstleistungen mit
einer bundesweiten und internationalen
Ausrichtung.
Förderung
des Know-how-Transfers von beispielhaften
Dienstleistungen. Im Rahmen der
Demonstrationsvorhaben "Mobilität in
Ballungsräumen" ist es in diesem
Zusammenhang beispielsweise wichtig, Ansätze mit
einer hohen Übertragbarkeit frühzeitig zu
multiplizieren und Handlungswissen anderen
Akteuren zu Verfügung zu stellen. Dies kann
durch ein laufendes projektbezogenes Monitoring
zur Umsetzung von Massnahmen und Dienstleistungen
unterstützt werden, in dem unter anderem
festgehalten wird, wie Projektschwierigkeiten
gelöst werden. Zusätzliche Ex-post-Evaluationen
dienen nicht nur der Erfolgskontrolle, sondern
geben den Marktteilnehmern und den öffentlichen
Akteuren Informationen über die Effektivität
und Effizienz von modellhaften Dienstleistungen,
was die Markttransparenz verbessert.
Nutzung
des Handlungsspielraums als "Besteller"
von verkehrsbezogenen Leistungen: Aufnahme
von Komponenten integrierter
Mobilitätsdienstleistungen in das
Leistungspaket, das die Bundesländer und die
Kommunen bei Verkehrsunternehmen des
Schienenpersonennahverkehrs und des öffentlichen
Personennahverkehrs "bestellen": z.B.
Dienstleistungen von Mobilitätsagenturen oder
Mobilitätszentren; mit dem Individualverkehr
integrierte Informationsdienstleistungen;
Kooperationen mit anderen Dienstleistern im Sinne
von "Mobil-Paketen".
Mitwirkung
bei der Entwicklung von Kriterien für ein
Qualitätsmanagement auf dem Gebiet von
Mobilitätsdienstleistungen und Bindung der Höhe
öffentlicher Zuschüsse an die Durchführung und
die Ergebnisse eines derartigen
Qualitätsmanagements bei bezuschussten
Dienstleistern.

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